Es diskutieren (von links): Anne Dick und Yvonne Schellnock (Ordnungsamt Senftenberg), Pascal Ludwig (Jugendamt LK Prignitz), Klaus Hinze (AKJS), Katrin Temblowski (Jugendamt Uckermark, verdeckt) und Gert Engels (BAJ)

Unter 16 in die Disko oder Zigaretten kaufen, vieles ist für Jugendliche nicht erlaubt. Das alles regelt ein Bundesgesetz. Die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen geschieht allerdings auf kommunaler Ebene. Jugendstaatssekretär Dr. Thomas Drescher betonte in seiner Begrüßung beim Fachtag am 11. Oktober in Potsdam: „Diese Veranstaltung ist eine Antwort auf die Herausforderungen, die sich aus den neuen gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen unserer Zeit für den Jugendschutz ergeben. Ich wünsche mir, dass der Fachtag das Verständnis und die Zusammenarbeit der Akteure im Kinder- und Jugendschutz fördert und als Initialzündung für weitere Aktivitäten dieser Art wirkt.“

Über 100 Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Mitarbeiter/innen von Ordnungsbehörden und Polizei sowie Lehrer und Schülerinnen und Schüler des Erzieherlehrgangs der „August Gadat Bildungsgruppe“ beschäftigten sich auf der Veranstaltung mit den Aufgaben und neuen Herausforderungen, die sich aus den gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendschutz ergeben. Im Mittelpunkt der Diskussion standen insbesondere die Möglichkeiten einer effektiven Vernetzung der Fachleute auf kommunaler Ebene zu Fragen des gesetzlichen und erzieherischen Jugendschutzes.

Darin sieht Landespräventionsbeauftragter Kay Kasüschke eine wichtige Aufgabe: „Ziel der heutigen Fachtagung ist es, über die neuen gesetzlichen Bestimmungen zu informieren und einen Austausch aller beteiligten Akteure im Jugendschutz voranzubringen, mit dem Ziel eine nachhaltige Prävention dauerhaft zu gewährleisten.“

Sebastian Gutknecht, Aktion Jugendschutz Nordrhein-Westfalen, stellte in seinem Einführungsvortrag heraus, welche Regeln sich seit dem 1. April geändert haben, wie etwa die Einbeziehung von E-Shishas in das Verbot des Vertriebs von Tabakwaren, andere Regeln stammen wiederum noch aus den 50er Jahren. So seien etwa die Zugangsbeschränkungen Gaststätten und Tanzveranstaltungen seit 1951 im Kern unverändert. Klaus Hinze, Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg: „ Das Jugendschutzgesetz muss dringend weiter entrümpelt werden.“ Ebenso notwendig sei die Anpassung der Regeln im Jugendmedienschutz.

In vier Panels tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Möglichkeiten der Prävention und Vernetzung auf kommunaler Ebene aus. Vielfache Forderung: Zur Umsetzung wünschen sich die Kommunen und Landkreise mehr Unterstützung vom Land. So sei das Ordnungsamt oft mit einer Fülle von Aufgaben betraut, so dass für die Kontrolle der Jugendschutzbestimmungen keine Zeit bleibe. Yvonne Schellnock und Anne Dick, Stadt Senftenberg, stellten im Beitrag „Jugendschutz und Suchtprävention gibt es in Senftenberg nur zusammen!“ dar, wie vernetztes Arbeiten funktionieren kann und berichteten aus der kommunalen Netzwerkarbeit sowie aus der Überwachung und Umsetzung des Jugendschutzgesetzes in Senftenberg. Ihr Fazit der Veranstaltung: „Viele interessante Vorträge aus der Fachwelt und wichtige neue Kontakte.“

Bild:  Es diskutieren  zum Abschluss (von links) Anne Dick und Yvonne Schellnock (Ordnungsamt   Senftenberg), Pascal Ludwig (Jugendamt LK Prignitz), Klaus Hinze (AKJS), Katrin Temblowski (Jugendamt Uckermark, verdeckt) und Gerd Engels (BAJ) Foto: René Sternsdorf

Vortrag von Sebastian Gutknecht Download

Vortrag von Klaus Hinze Download

Vortrag von Anne Dick Download

Veranstalter:

Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V. (AKJS)
Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS)
Landespräventionsrat Brandenburg (LPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V.(BAJ)

Programm zum Download