GESETZE

 

Jugendschutz hat in Deutschland eine lange Tradition. Alle in der Gesellschaft sind aufgerufen dazu beizutragen Kinder und Jugendliche vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Dazu gehören unter anderem unangemessener Alkoholkonsum oder problematische Medieninhalte. Das Jugendschutzgesetz und der Jugendmedienschutzstaatsvertrag (*) aber auch viele andere Einzelgesetze setzen den Rahmen, der eine Orientierung bietet, doch für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Erwachsenen verantwortlich.  Gesetze können im Alltag aber nur Leitlinien für das Verhalten in unserer Gesellschaft bieten. Erst eine breite Akzeptanz des Jugendschutzes in der Öffentlichkeit gewährleistet die Einhaltung dieser Bestimmungen.

Der Kinder- und Jugendschutz soll Kinder und Jugendliche schützen – vor Gefährdungen durch Einflüsse aus ihrer Lebensumwelt durch:

  • beeinträchtigende Wirkungen von Medien
  • Konsum von Tabak, Alkohol, Medikamenten und illegalen Drogen
  • Gewalt im Alltag
  • Gewalt in der Erziehung und Kindesvernachlässigung
  • problematische religiöse und weltanschauliche Gruppen
  • sexuelle Gewalt
  • Gefährdungen in der Arbeitswelt.

Zu den Gefährdungspotenzialen gehören aber auch familiäre, soziale und Persönlichkeitsfaktoren sowie strukturelle Einflüsse, die eine gesunde Entwicklung des jungen Menschen beeinträchtigen oder gar gefährden können. So beschäftigen wir uns mit den Themen:

  • Jugendkriminalität und Suizid
  • Schwierige familiäre Verhältnisse (Trennung der Eltern, suchtbelastete Familien)
  • Werbung und Konsum
  • Armut
  • Lebensraumgestaltung.

Die drei Säulen des Kinder- und Jugendschutzes sind dementsprechend:

  • der erzieherische
  • der gesetzliche
  • der strukturelle Kinder- und Jugendschutz.

Der erzieherische Kinder- und Jugendschutz ist eine Querschnittsaufgabe der Kinder- und Jugendhilfe gemäß § 14 SGB VIII | KJHG. Hier wird die Aufgabe beschrieben:

…junge Menschen zu befähigen, sich vor gefährdenden Einflüssen zu schützen und sie zu Kritikfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Eigenverantwortlichkeit sowie Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen zu führen.“ Eltern und anderen Erziehungspersonen sollen Angebote gemacht werden, um diese zu befähigen, Kinder und Jugendliche besser vor gefährdenden Einflüssen zu schützen, sie auf ihrem Weg ins Leben zu begleiten.

Der strukturelle Kinder- und Jugendschutz umfasst die Bemühungen die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen so zu gestalten, dass anregende Umwelten geschaffen werden und Gefährdungen reduziert werden, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gewährleistet ist. Es ist Aufgabe des örtlichen Trägers der Jugendhilfe, die Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen.

(*) Der Jugendmedienschutzstaatsvertrag wurde novelliert. Die neue Fassung ist seit 1. Oktober 2016 in Kraft. Weitere Informationen hier