JUGENDMEDIENSCHUTZ IM NETZ – INTERNET UND HANDY

 

Surfen, Chatten, Gamen – Schutz durch freiwillige Verpflichtungen der Anbieter

Der Jugendmedienschutz im Internet und auf dem Handy (so genannte Telemedien) steht vor besonderen Herausforderungen. Anders als bei Filmen, Computerspielen oder Fernsehsendungen kann wegen der Fülle der Angebote im Netz nicht in Prüfausschüssen vor der Veröffentlichung über jugendschutzrelevante Inhalte entschieden werden. Für Internet und Handy setzt der Gesetzgeber deshalb auf die Selbstverpflichtung der Anbieter und auf technische Schutzeinrichtungen (Jugendschutzprogramme), die von den Eltern auf dem Computer oder Smartphone installiert können.

Die Regelungen zum Jugendmedienschutz in den Telemedien finden sich im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder. Anbieter in Deutschland sind zum Beispiel gehalten einen Jugendschutzbeauftragten zu benennen. Als Institution der Selbstkontrolle handelt die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM).

Jugendschutzprogramme bieten Eltern und Jugendeinrichtungen die Möglichkeit, Kindern je nach Altersstufe geeignete Internetangebote freizuschalten und ungeeignete zu blockieren. Die Aufgabe der Anerkennung von Jugendschutzprogrammen liegt bei der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Jugendschutzprogramme müssen einen nach Altersstufen differenzierten Zugang zum Internet ermöglichen. Jugendschutzprogramme sind neben technischen Mitteln und Zeitgrenzen eine Variante, die Anbieter im Internet als Jugendschutzmaßnahme bei der Verbreitung von entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten im Internet einsetzen können. Informationen über anerkannte Jugendschutzprogramme erteilt die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM).

Neben dem Kennzeichnungsverfahren nach dem Jugendschutzgesetz vergibt die USK auch Alterskennzeichen für Online-Spiele und Apps. Dies geschieht  allerdings ohne die Beteiligung staatlicher Stellen innerhalb des internationalen IARC-Systems (International Age Rating Coalition). In allen an dieses System angeschlossenen Vertriebsplattformen sind damit Alterskennzeichen der USK verfügbar, die jedoch nicht durch die Obersten Landesjugendbehörden legitimiert sind. Die Anbieter der einzelnen Spiele und Apps durchlaufen einen durch IARC bereitgestellten Fragenkatalog, aus dem das entsprechende regional gültige Alterskennzeichen resultiert. Die USK gewährleistet über verfahrensspezifische Kontrollen die Qualität der vergebenen Einstufungen.

Freiwillige Selbstkontrolle Mulitmediadiensteanbieter (FSM)

http://www.fsm.de/de

Kommission für Jugendmedienschutz (KJM)

http://www.kjm-online.de/

USK-Kennzeichen im IARC-System

http://www.usk.de/iarc0/