Informationen zur medienpädagogischen Fortbildung für Fachkräfte in den Hilfen zu Erziehung im Land Brandenburg:

Mit dem Absolvieren der Grundqualifikation erwerben die teilnehmenden Fachkräfte Grundwissen zur Mediensozialisation und den aktuellen Herausforderungen in einer durch Digitalität geprägten Gesellschaft. Aspekte des Jugendmedienschutzes, der Eltern(Medien)arbeit und Methoden der handlungsorientierten Medienarbeit werden in zwei Präsenzveranstaltungen und in vier Webinaren vermittelt.

Die beiden eintägigen Präsenzkurse stehen am Anfang und am Ende der Fortbildung und bieten neben den fachlichen Inhalten Gelegenheit sich in der Lerngruppe auszutauschen und individuelle Fragen einzubringen und zu klären. Die Webinare werden durch die AKJS Brandenburg umgesetzt und behandeln die relevanten Themen des Jugendmedienschutzes am Beispiel aktueller Phänomene wie Computerspiele. Darüber hinaus zeigen sie Interventions- und Präventions- möglichkeiten auf und führen in die Elternarbeit ein. Die Webinare beinhalten immer eine vorbereitende Aufgabe für die Teilnehmenden, um sich zeitunabhängig auf das Thema vorzubereiten.

Präsenzkurs: Grundlagen der Medienpädagogik (6 h)
Der Kurs gibt einen Einblick darüber, wie Medien wirken und das soziale Miteinander beeinflussen. Er beschreibt Bildungschancen, aber auch Grenzen und Gefahren im Umgang mit Medien und zeigt Beispiele auf, wie Medienkompetenz als Querschnittsziel in die pädagogische Arbeit eingebettet sein kann.

Webinar 1: Internetdienste, Apps und aktuelle Phänomene unter dem Aspekt Jugendmedienschutz (90 min + 270 min Vor- und Nachbereitung)
Im Zentrum steht die gängige mediale Lebenswelt der Jugendlichen. Der Nutzung digitaler Dienste und der Möglichkeiten zur Beteiligung liegen individuell unterschiedliche Bedürfnisse zugrunde, sie werden unterschiedlich genutzt. Das Webinar versucht einen Einblick in die am häufigst genutzten
Dienste zu geben und aktuelle, problembehaftete Phänomene zu skizzieren.

Webinar 2: Gesetzlicher und Erzieherischer Jugendmedienschutz (90 min + 270 min Vor- und Nachbereitung)
Das Webinar behandelt den gesetzlichen Jugendmedienschutz am Beispiel der Alterskennzeichnung bei Computerspielen, schafft einen Überblick über Regelungen in Deutschland und thematisiert den
Jugendschutz im Internet.

Webinar 3: Interventions- und Präventionsangebote (90 min + 270 min Vor- und Nachbereitung)
Die Tauglichkeit von technischen und pädagogischen Präventionsmaßnahmen und Interventions- möglichkeiten unterscheidet sich nach Alter und Entwicklungsstand, aber auch der individuellen
Situation des einzelnen jungen Menschen. Geeignete Instrumente und Maßnahmen werden eingeführt.

Webinar 4: Eltern(medien)arbeit (90 min + 270 min Vor- und Nachbereitung)
Eltern haben eine besondere Bedeutung für Jugendliche, die zeitweise in einer stationären Einrichtung leben. Kontaktmöglichkeiten und Kommunikationsregeln zwischen Eltern und Kind als auch die häufigsten Fragen der Medienerziehung sollen aufgegriffen werden.

Präsenzkurs: Produktiver Umgang mit digitalen Medien und Computerspielen (6h)
Schwerpunkt des Kurses ist die produktive und kreative Nutzung von Medien. In der aktiven Medien- arbeit wird theoretisches und praktisches Wissen durch eigenes Tun erfahrbar gemacht und angeeig- net. Beispielsweise bei der Gestaltung eigener Videofilme, Computerspiele oder einer Handyrallye.

Die Anmeldung zur Fortbildungsreihe „Zuhause im Netz“ erfolgt mit der Angabe der gewünschten Termine über die Webseite: http://eu.jotform.com/lmbbrandenburg/zuhauseimnetz

Die Teilnahme ist für Mitarbeiter*innen der Einrichtungen, die sich am Programm „Einmalige Ausstattung stationärer Einrichtungen im Bereich der Hilfen zur Erziehung mit digitaler Technik und medienpädagogischer Qualifizierung des Personals und der Konzepte“ des Brandenburger Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport beteiligen kostenfrei.

Download des Flyers: Flyer_Zuhause_im_Netz (PDF, 180 kB)

Die Veranstaltung wird gefördert vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg. Seit August 2019 können Träger stationärer Einrichtungen im Bereich der Hilfen zur Erziehung im Land Brandenburg Wertgutscheine für die Ausstattung mit digitaler Technik beantragen. Das Gesamtvolumen dieser für 2019/2020 geplanten Digitalisierungs-Offensive umfasst rund 700.000 Euro. Je nach Größe können die stationären Einrichtungen aus diesen Mitteln zwischen 1.000 und 1.400 Euro für den Erwerb digitaler Technik erhalten. Unterstützt werden sie ebenfalls mit einem medienpädagogischen Fortbildungsprogramm, das der Landesfachverband Medienbildung Brandenburg (lmb) in Kooperation mit der Aktion Kinder- und Jugendschutz (AKJS) durchführt.